Lookout: Crying Revolvers - Glam-Punk made in Germany
Mit Crying Revolvers entstand ein weiteres Label, das sich auf die Transformierung von Punk-Elementen zu gefälliger Street-Wear konzentriert. Wer kennt sie nicht, die jungen Jungs und Mädels, die von Kopf bis Fuß mit kleinen und großen, schwarz-weißen und bunten Totenköpfen übersät sind? Sogar bei H&M kann man schon zu Hauf Shirts, Röcke, Leggings und Accessoires mit Totenköpfen drauf kaufen.
Von Subversivität kann also sicher nicht die Rede sein - ein Pensionist auf der Straße vermutete, die Totenköpfe seien eine Anspielung auf den Film "Fluch der Karibik". Schockieren kann man damit niemanden mehr, da alle Zeichen durch den beliebigen Mix ihre Bedeutung verloren haben. Es geht eher um einen neuen Style, der glitzernde Glam-Elemente und rockige Pseudo-Schock-Motive miteinander verbindet. Karo-Ska-Punk-Referenzen runden das Ganze ab.
Crying Revolvers befriedigt die Nachfrage vieler Kunden für diesen womöglich sehr kurzlebigen Trend und befolgt alle Regeln dieses vor ein paar Jahren entstandenen Revivals von Punk in der Softie-Version. Für den perfekten Soft-Punk-Look nehme man: viel Schwarz, etwas Pink, eine Tonne Totenköpfe, eine Brise Karo-Muster und Schnitte, die an die Skatermode erinnern, zum drüberstreuen.
Ein bisschen Narzissmus darf in der heutigen, hyperindividuellen Zeit auch nicht fehlen. Crying Revolvers überzeugen mit dem spritzigen Spruch "Le roi, c'est moi" (fr. für "Der König bin ich"). Auffallend ist die Ähnlichkeit des öfter verwendeten Diamanten-Logos mit dem Logo, das die etablierte Boarder-Marke "Volcom" für sich gewählt hat. Die Originalität des deutschen Labels lässt etwas zu wünschen übrig, viele werden sich aber begeistert auf die hippen Kleider und Accessoires stürzen. Bei Crying Revolvers ist eben auch der Kunde König.
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