H&M goes Home
Wenn das Geld fürs Kino, das Glas Bier in der Stammkneipe oder den Clubbesuch nicht mehr reicht, ersetzt das Home Cinema die Riesenleinwand und das Kochen im netten Kreis macht den Restaurantbesuch obsolet. Nicht umsonst steigen in den letzten Jahren die Umsätze bei Flatscreen-Fernsehern, Haushaltsgeräten und Home-Accessoires stetig an. Der Neo-Biedermeiersche Rückzug ins Private lässt zumindest die Heimausstatter ein breites Grinsen im Gesicht tragen.
Zu diesen Glücklichen in schweren Zeiten will jetzt auch H&M gehören. Seit Februar erweitert die Modekette ihr Angebot um eine Home Kollektion, die Textilien für den Haushalt umfasst. Von Bettwäsche über Tischtücher bis hin zu Servietten kann man dort alles für ein schöneres Zuhause erstehen – und das alles zu einem die Geldbörse schonenden Preis. Verkauft wird die Idee von H&M als Fashion für zuhause, sodass der junge und trendbewusste Konsument beim Kauf das Gefühl hat, er nimmt sich gerade die neueste Fashion für den Esstisch mit nach Hause.
Styletechnisch wird einerseits wie im Biedermeier auf einen eleganten, aber schlichten Stil gesetzt, bei dem weiße Baumwolle zum Einsatz kommt und andererseits gibt es neonfarbene Stoffe und von Jackson Pollock inspirierte Muster. Die Erweiterung des Angebots bei H&M erweist sich als durchaus erfrischend für den Konsumenten, der auch abseits von Ikea mal preiswerte und ansehnliche Dekorationen fürs Heim kaufen will. Dass die schwedische Marke genau jetzt diesen Schritt macht, sagt aber auch einiges über unseren Zeitgeist aus.
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