Körperhaarentfernung als deutlicher Modetrend
"Aufmerksam wurde ich auf das Thema anlässlich einer Studie bei der Musterung von jungen Wehrmännern aus ganz Europa. Diese ergab, dass zwei Drittel der Untersuchten intimrasiert waren", so der Forscher Brähler. "Unsere Studie an mehr als 300 Studenten im Durchschnittsalter von 23 Jahren bestätigte diesen Trend." Beachtlich sei auch die Anzahl gleichzeitig enthaarter Körperpartien. 89 Prozent der Frauen, die sich regelmäßig rasieren/epilieren/trimmen, tun dies an drei oder mehr Körperpartien.
"Uns interessierte natürlich, warum sich junge Menschen einer solch aufwändigen Prozedur unterziehen", so der Psychologe. Dabei sei offensichtlich, dass jene, die sich die Arbeit einer aufwändigen Haarentfernung machen, nicht an einer Störung ihres Selbstwertes leiden und auch nicht das Bedürfnis nach ständig neuer Stimulation und hoher Erregung - das so genannte "Sensation Seeking" - haben. "Vielmehr weisen Männer, die sich mehrere Körperpartien rasieren, erhöhte Extraversions - Werte auf. Sie sind also sozial aktiv, geselliger, beschreiben sich als selbstsicherer und optimistischer."
"Man kann davon ausgehen, dass als Motiv ein allgemeiner kultureller Trend zugrunde liegt", erklärt Brähler. Trends wie diese habe es bereits mehrmals gegeben. "Umgekehrt bedeutet das auch, dass das aktuelle Modeideal der glattrasierten Scham, wie jeder andere Trend, auch wieder aus der Mode kommt. Über kurz oder lang wird wieder üppig wachsendes Haar als schick gelten", meint der Forscher, der beifügt, dass Piercing und Tatoos, die vor einigen Jahren als sehr schick galten, auch wieder deutlich im Abnehmen sind. (pte)
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