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    Montag, 18. August 2008 | Porträt

    Coco Chanel

    Vom Modeschmuck, zum Twinset bis hin zur gesteppten Handtasche – Coco Chanel war ihrer Zeit immer voraus. Die Eleganz und Schlichtheit ihrer Entwürfe machen sie zur Modeikone. Am 19. August wäre die große Modeschöpferin 125 Jahre alt geworden.

    Keine andere hat Mode für Frauen in derart revolutioniert wie Coco Chanel. Mit bequemen und geradlinigen Kreationen befreite sie die Damen von den Korsetten der Belle Epoque. Dabei hatte Coco Chanels Leben als uneheliche Tochter eines Straßenhändlers in Saumur in der Auvergne unter schwierigen Umständen begonnen. Ihre Mutter ließ die am 19. August 1883 geborene mit dem Namen ihres Vaters taufen. Chanel wird aber aufgrund eines Schreibfehlers als "Gabrielle Chasnel" in das Taufregister eingetragen, ein Irrtum der offiziell nie ausgebessert wird. Nachdem ihre Mutter an Tuberkulose verstirbt, wird sie als 11 jährige von ihrem Vater in ein Waisenhaus gebracht und erlernt den Beruf der Schneiderin.

    Chanel, die sich Zeit ihres Lebens Mademoiselle rufen ließ, sieht ihren Vater nie wieder und bringt später verbesserte Versionen ihrer Kindheit und Jugend in Umlauf.
    Um der Mittelmäßigkeit am Lande zu entkommen, kündigt Gabrielle mit 20 Jahren ihre Stelle als Näherin in einem Baby- und Ausstattergeschäft und tritt als Sängerin und Tänzerin erstmals mit dem Namen Coco in einer Revue auf.
    Mit der finanziellen Hilfe ihres Liebhabers, dem Industriellensohn Etienne Balsan wird sie in Gesellschaft eingeführt und eröffnet 1910 ein Hutatelier mit dem Namen "Chanel Modes" in der Rue Cambon 21 in Paris. Die Hüte sind für die damalige Zeit ungewöhnlich schlicht und frei von üblichen Verziehrungen. Den Durchbruch als Hutmacherin erlebt Chanel, nachdem die Schauspielerin Garbielle Dorziaz einen ihrer großen Strohhüte auf der Bühne trägt.

    Beflügelt durch ihren Erfolg eröffnet sie mithilfe ihres neuen Liebhabers Arthur Capel eine Boutique im mondänen Badeort Deauville und später Biarritz. Sie kreiert sportliche und legere Damenmode. Die weiten Röcke enden am Knie statt der damals üblichen Knöchellänge und Chanel nutzt Jersey-Stoff, der bislang nur Männerunterwäsche vorbehalten war. Die Hose für die Frau und das "kleine Schwarze" stammen ebenfalls aus dem Atelier der Mademoiselle.
    Der weltweite Durchbruch gelingt 1923 mit Chanel N°5, dem bis heute weltweit meistverkauften Parfum. In den 30er Jahren, am Höhepunkt ihres Ruhmes, beschäftigt Chanel fast 4000 Näherinnen. Mit der Kriegserklärung der Deutschen flüchtet sie in die Pyrenäen und schließt ihre Boutiquen. Sie fällt wegen einer Liaison mit dem Nazi-Offizier Hans Gunther von Dincklage und einer anti-semitischen und homophoben Einstellung in Ungnade und lebt nach Kriegsende jahrelang im Schweizer Exil.

    Der "New Look" von Christian Dior dient ihr angeblich als Motivator für ein Comeback im Jahr 1954. Die neue Kollektion der bereits 71 jährigen wird von der Presse zerrissen. Dennoch ist sie wieder mit ihren Wollkostümen am Puls der Zeit, die zum Standard in der Mode avancieren. 1971 stirbt die 88-jährige in ihrer Suite im Hotel Ritz mit den Worten "So stirbt man also".


    www.chanel.com








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