Männermode: Versace und Burberry in Mailand
Christopher Bailey, der Designer hinter dem Londoner Traditionshaus, spielt virtuos mit Farben, Formen, Materialien und Inspirationen. Diese kamen aus dem Sport und dem Militär, immer wieder vereinigt mit traditionellen, klassischen Elementen. Burberry Prorsum setzt stark auf Technogewebe: Mäntel aus Neopren oder aus fast durchsichtigem Nylon behaupten sich neben Lack- und Plastikoberflächen. Gewöhnungsbedürftig ist der Schnitt der Hosen. Mit sehr tiefem Schritt und schmalem Bein kreuzen sich hier Pluder- und Reiterhose. Glamourös und dramatisch im Goldrausch mit militärischen Insignien vollzieht sich dagegen der Abendauftritt.
Versace bestach dagegen mit Klarheit und Raffinesse. So kann sich etwa ein Trenchcoat per unsichtbarer Knopfleiste in eine Jacke verwandeln, T-Shirts füllen mit ihrem hohen, wasserfallartigen Kragen das Dekolleté der Jacken aus, und eine vorn klassische Weste überrascht am Rücken mit sich kreuzenden Gurten. Die Krawatten unter den oft grauen Anzügen sind schmal, die Hemden haben farblich abgesetzte Kragen und Manschetten.
Andere Kollektionen zeigten sich maritim beeinflusst. Der Italiener Gaetano Navarra bevorzugt mit vielen Schnüren, Gurten und Ösen eine eher athletische Variation des Themas. Es gibt viele Blousons, Shorts und Hemden mit Farbverläufen und Lagenoptiken. Missoni wählt die Schattierungen des Wassers als Leitmotiv des Farbspektrums. Grafische Muster verlaufen oft wellenartig, hier und da tauchen Fische als plakatives Druckmotiv auf.
Zum ersten Mal präsentierte sich am späten Samstagabend der Belgier Dries van Noten, der seine Mode sonst immer in Paris vorführt, auf der Mailänder Modewoche. Er mischt kräftige zu zarten Farben, lässt Anzüge mit Kimono-Anleihen defilieren, kombiniert groben Strick über zartem Gaze und akzentuiert seine Modelle mit romantischen Tüchern.
Bottega Veneta schließlich überzeugte am Sonntag mit frischen, unkomplizierten Modellen. Die Stoffe, meist Leinen oder Baumwolle, wirken in ihrer knittrigen, leicht verwaschenen Optik lässig. Farblich dominiert die Helligkeit mit Tönen wie Zement, Stein, Buttergelb oder Rosé. Tomas Maier, der deutsche Designer der italienischen Marke, die derzeit zu den begehrtesten im Luxussegment zählt, baut im Musterbild auf Karos, stattet Sakkos mit aufwendig gearbeiteten Taschenlösungen auf und lässt zuweilen die Ärmellänge per Reißverschluss variieren.
Mode von OTTO
Frisuren
Mode von Heine
Perlenschmuck