Gundlach-Retrospektive in Hamburg
Seit gestern zeigt das Haus zur 4. Triennale der Photographie die bislang größte Retrospektive mit Arbeiten aus Gundlachs Lebenswerk. Es ist zudem nach 22 Jahren wieder die erste Werkschau des heute 81-Jährigen. Begleitet wird die Ausstellung von einer mehr als 400-seitigen Monografie. «Ein richtiges Bilderbuch, in das meine Biografie eingewoben ist», sagt er.
Etwa ein Drittel aller in der Ausstellung gezeigten Bilder war entweder noch nie zu sehen, seit langem im Archiv verschwunden oder vor Jahrzehnten nur einmal in einer Illustrierten gedruckt worden. «Ich komme ja aus dem Journalismus und hatte ganz vergessen, wie viele Reportagen ich einst für ´Stern´, ´Quick´, ´Brigitte´ oder andere Illustrierte gemacht hatte», sagt Gundlach.
Natürlich richtet ein Großteil der Ausstellung den Blick auf Mode und Models. Gilt Gundlach doch als Begründer der deutschen Modefotografie. Aber auch seine beruflichen Anfänge spielen eine wichtige Rolle, etwa mit Aufnahmen von Drehorten, Filmsets und Szenenbildern. «Denn durch Filmbilder, ungewöhnliche Schauspielerporträts habe ich mir zunächst einen Namen erworben», erzählt er. Filmgesellschaften engagierten ihn, die Pressebilder anzufertigen. So war er unter anderem 1952 der Fotograf am Set des Mantel-und-Degen-Films «Fanfan, der Husar» mit dem legendären Gérard Philipe.
Immer wieder finden sich Überraschungen. So gelang Gundlach mit der Aufnahme vom ungeschminkten Gesicht einer erschöpften Romy Schneider eines der berührendsten Bilder des Filmstars. Daneben Fotos von Bernhard Wicki, Maria Schell, Fernandel, Jean-Luc Godard, Helmut Käutner. Cary Grant lehnt lässig an einer Wand, Jean Marais lächelt verhalten in die Kamera. «Ich wollte die großen Stars immer als Menschen zeigen.»
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