Männermagazine durchleben Reifeprozess
Seit dem Start der männlichen Version von Vogue vor zwei Jahren scheinen Mode und andere dem Klischee nach weibliche Themen mehr und mehr zum Inhalt der Männerzeitschriften zu werden. Wie die Financial Times berichtet, haben die alten Konzepte mit nackten Frauen und schlüpfrigen Witzen in den vergangenen Jahren zu stetig sinkenden Auflagenzahlen geführt, weil sich diese Inhalte in gewisser Weise abgenutzt haben. Angefangen von bekannten Namen wie FHM über Loaded bis hin zu Maxim waren alle von den rückläufigen Verkäufen betroffen.
In Großbritannien beispielsweise gingen die Auflagenzahlen im Segment Männermagazine im vergangenen Jahr um 14 Prozent zurück. Aber auch in den USA scheint das alte Konzept nicht mehr aufzugehen, wie das Beispiel Maxim zeigt: Das Blatt wurde vergangene Woche für rund 240 Mio. Dollar verkauft - das ist weniger als die Hälfte, als dem Verlag noch vor drei Jahren angeboten worden war, wie aus Insiderkreisen berichtet wurde. Im Gegensatz dazu konnten Magazine, deren Inhalte nicht nach klassischen Männerthemen orientiert sind bzw. diese weniger plump aufbereiten, in der jüngeren Vergangenheit ordentlich zulegen. So legte etwa Men's Health im ersten Halbjahr 2007 ein Rekordergebnis vor. Allein in den USA kam das Magazin auf eine Auflage von 1,8 Mio. Stück.
"Ich denke, das Segment Männermagazine macht gerade einen Reifeprozess durch und ich glaube, dass beispielsweise Men's Vogue gut dafür gerüstet sein könnte", sagt Andrew McLean, Präsident von Mediaedge:cia. Generell ist es jedoch ein eher schwieriges Unternehmen, Männer dazu zu bringen, in ihrer Freizeit Magazine zu lesen. Hinzu kommt heute auch die noch die Popularität des Internets. Und obwohl sich der Trend zu neuen Inhalten in Männermagazinen zeigt, glauben derzeit noch viele Werbetreibende, dass es unmöglich ist, mit einem Produkt wie der Men's Vogue erfolgreich zu sein.
Die Männer-Vogue hat speziell im Bereich Mode neue Akzente gesetzt und das Thema für das vermeintlich starke Geschlecht interessanter gemacht. Dabei hat der Herausgeber Jay Fielden auch einen neuen Zugang gefunden und zeigt anstelle von Models lieber bekannte Sportler und Prominente in stylischen Outfits in seinem Heft. Auf diese Weise wird das Thema Mode von Männern eher akzeptiert.
(pte)
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