Diktatorische Mode
Z.B. der chilenische Ex-Diktator Augusto Pinochet. Der ist erstens unzweifelhaft tot, zweitens im Vergleich mit Hitler, Stalin & Co. trotz Tausender ermordeter und verschwundener Regimegegner allenfalls ein Despot aus der Operettenliga, aber drittens einer, der sich niemals mit einer zwei oder drei Nummern kleineren Lösung zufrieden gegeben hätte.
Zumindest was seine Bekleidung anging. Pinochet trug Maßanzüge. Er ließ sie bei einem der feinsten Schneider in der Hauptstadt Santiago de Chile anfertigen. Weil der Diktator aber sonst bei seinem Ableben Ende 2006 nicht viel hinterlassen hat, macht sein Sohn Augusto Pinochet Hiriat nun die hinterbliebenen Anzüge zu Geld. Er preist sie als hochwertige und moderne Kleidung an, was sie auch sein müssen bei dem Preis. Nicht eines der guten Stücke soll weniger als 1400 Euro kosten. Voraussetzung für den Erwerb eines echten Pinochet-Anzugs sei indes nicht nur, dass Jacke und Hose dem neuen Besitzer passen. Wie gemeldet wird, muss auch der neue Besitzer zu Pinochet passen. Als Käufer komme nur in Frage, wer sich politisch zu Pinochet bekenne, heißt es. Anders gesagt: Pinochet-Gegner bringen sich mal wieder um Schlips und Kragen.
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