Von weißen Kaninchen und roten Königinnen
Wer wäre wohl besser geeignet gewesen, diesen Plot für das Kino zu adaptieren, als der ewige Kindskopf Tim Burton? Mit seinem Faible für das Fantastische und das Morbide, das Skurrile und das Bizarre scheint der 51 - jährige Amerikaner geradezu prädestiniert zu sein für diesen Stoff. Schon in seiner knallbunten Verfilmung von Roald Dahls "Charlie und die Schokoladenfabrik" hat Burton vorgemacht, wie man ein Kinderbuch für Kinder und Erwachsene gleichermaßen aufbereitet. 150 Jahre hat die Geschichte der kleinen Alice, die durch einen Kaninchenbau ins Wunderland plumpst, mittlerweile schon auf dem Buckel. Das Kinderbuch des britischen Schriftstellers und Mathematikers Lewis Carroll, das schon nach seinem Erscheinen großen Anklang fand, erlebte in den 60ern wegen seiner psychedelischen Dimension in Hippiekreisen eine kleine Renaissance. Mehrmals wurde das Werk schon verfilmt. Am bekanntesten sind wohl der Disney-Zeichentrickfilm aus 1951 und die japanische Anime - Serie aus den 80ern. Tim Burton verhilft den Wunderlandbewohnern nun zu einem Comeback: Das gestresste weiße Kaninchen und der verrückte Hutmacher, die mysteriöse Grinsekatze, die Zwillinge Tweedledee und Tweedledum und natürlich die böse Herzkönigin – alle sind sie mit dabei. Anstelle der Originalgeschichte inszeniert Burton aber eine Art Sequel: Die 19-jährige Alice kehrt ins Wunderland zurück, wo sie den Terror der Herzkönigin beenden soll. In die Rolle der Alice schlüpft die Australierin Mia Wasikowska. Burtons Lieblingsschauspieler Johnny Depp ist ebenso wieder dabei wie Gattin Helena Bonham Carter. Daneben treiben sich Anne Hathaway, Crispin Glover, Alan Rickman und Matt Lucas im Wunderland herum, genauso wie die Stimmen von Timothy Spall, Stephen Fry und Christopher Lee als furchterregender Jabberwocky.
Ab 4. März in 3D im Kinowunderland.