In meinem Himmel
Mit diesem Wissen taucht der Zuschauer in Peter Jacksons Adaption von Alice Sebolds gleichnamigen Roman ein. In einem Vorort von Pennsylvania wächst die aufgeweckte Susie (Saoirse Ronan) wohl behütet von ihren Eltern (Mark Wahlberg, Rachel Weisz) mit ihren beiden Geschwistern auf. Hier geht sie ihrem liebsten Hobby, dem Fotografieren, nach oder bummelt mit ihrer exzentrischen Großmutter (Susan Sarandon) durchs Einkaufszentrum. Und auch die erste Liebe bahnt sich langsam an. Doch ihr erster Kuss bleibt Suzie verwehrt. Während sich ihre Familie beim Abendessen befindet, wird Suzie am Abend des 6. Dezembers von ihrem Nachbarn (Stanley Tucci) in eine Falle gelockt, vergewaltigt und ermordet, was von Jackson in einer quälend langen, furiosen Parallelmontage in Szene gesetzt wird. Als das Mädchen nicht nach Hause kommt, beginnen die Eltern nach ihr zu suchen. Die Polizei wird eingeschaltet. Die Indizien verdichten sich, dass Suzie einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Jackson versteht es, verschiedenste Genres zu vermengen. In ein bewegendes Familiendrama, das um Verlust und Trauer kreist, bettet der Regisseur eine fantastische Geistergeschichte ein. Suzie ist noch nicht im Himmel angekommen. Stattdessen wandelt sie zum Soundtrack von Brian Eno in einer Zwischenwelt aus mächtigen, digital generierten Tableaus zwischen strahlender Psychedelik und düsterem Albtraum, aus welcher heraus sie ihre Familie bei der Trauerarbeit beobachtet. Doch auch den Thriller hat der Regisseur im kleinen Finger. Indem er im Folgenden grandios mit den Erwartungshaltungen des Publikums spielt, erweist er sich als Meister des Suspense. Der Mörder lebt nämlich noch immer unerkannt im Nachbarhaus und hat sein nächstes Opfer bereits im Visier. (8/10)
Regie: Peter Jackson
Start: 19.02. (A) 18.02. (D)
www.filmering.at/kritik/8228-in-meinem-himmel-the-lovely-bones