Vienna calling
"Ein Tag mehr Viennale, ein Tag weniger Krise" lautet das Motto des diesjährigen Internationalen Filmfestivals, wurde die Viennale heuer doch um einen Tag verlängert, wobei das Programm nicht ausgebaut, sondern vielmehr der gewohnt dichte Spielplan reduziert wurde. Obwohl der Slogan einen gewissen Eskapismus vermuten lässt, enthält ein Filmfestival, das relevant sein will, natürlich zahlreiche Arbeiten, die sich mit diversen Krisen auseinandersetzen. So spielt das Science Fiction - Drama "Moon" des Briten Duncan Jones (Sohn von David Bowie) auf dem Mond Selene, wo der vereinsamte Astronaut Sam Bell (Sam Rockwell) nach einer Energiekrise auf der Erde damit beschäftigt ist, wertvolles Helium - 3 - Gas abzubauen. Rund 140 Langfilme stehen bei der Viennale 2009 auf dem Programm, komplettiert wird es von einem umfangreichen Kurzfilmprogramm.
Neben Filmen arrivierter Regisseure, wie Lars von Triers "Antichrist" oder Francis Ford Coppolas "Tetro" und Vertretern des US - Independent - Kinos, wird es wie jedes Jahr auch wieder zahlreiche Preziosen des internationalen Arthaus - und Genrekinos zu entdecken geben. Österreichische Beiträge kommen von Jessica Hausner ("Lourdes"), Tizza Covi und Rainer Frimmel ("La Pivellina") oder Peter Kern ("Blutsfreundschaft"). Tributes sind heuer der schottischen Ausnahme - Schauspielerin Tilda Swinton (Bild), die von 22. bis 25. Oktober in Wien weilen wird, und dem philippinischen Filmemacher Lino Brocka gewidmet, während sich ein von Hartmut Bitomsky kuratiertes Spezialprogramm der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin widmet. Die am 7. Oktober startende Retrospektive im Wiener Filmmuseum, die von Filmkritiker Jonathan Rosenbaum kuratiert wurde, zeigt unter dem Titel "The Unquiet American" "Transgressive Comedies" aus den USA.