/  Start  /  Bio & Fairtrade
    Dienstag, 28. August 2007 | Bio, Short News

    Anziehend anders: Fairtrade-Textilien

    Die "Lohas" in Hollywood konsumieren mit reinem Gewissen und kleiden sich mit "Fair Fashion". In unserem Einkaufsalltag sind nachhaltig produzierte Textilien jedoch noch kaum präsent.

    (c) Transfair.org

    (c) Transfair.org

    TransFair e.V. setzt hier Akzente und präsentierte erstmals Textilien und Kosmetikartikel aus Fairtrade-Baumwolle.

    "Wir sind überzeugt, dass die Zeit reif ist, auch im Textilmarkt den Konsumenten eine bessere Alternative anzubieten", sagte Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair. Die Idee überzeugt auch Fairtrade-Unterstützerin Cosma Shiva Hagen: "Da stimmt nicht nur das Styling, sondern auch das Konzept dahinter. Ich hoffe, dass sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher von der Fairtrade-Idee überzeugen werden." Darin stehen die Baumwollbauern im Fokus. "Fairtrade stärkt ganz bewusst das schwächste Glied der Produktionskette ? die Baumwollproduzenten und ihre Familien", so Heinz Fuchs, Vorstandsvorsitzender von TransFair. Die Fairtrade-Standards beziehen sich auf die Kleinbauern, die in einer langen Lieferkette ganz am Anfang stehen.

    Aber auch die anderen Beteiligten der Lieferkette werden nicht außen vor gelassen. "Alle anderen Hersteller innerhalb der Produktionskette wie Spinnereien, Webereien oder Konfektionäre müssen sich an soziale Standards halten. Sie verpflichten sich gegenüber der FLO-CERT GmbH, die anerkannten Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) einzuhalten", erklärt Rüdiger Meyer, Geschäftsführer von FLO-CERT.

    Im Mittelpunkt steht Afrika
    Die Fairtrade-Baumwolle stammt aus Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika. TransFair stellt dabei Afrika bewusst in den Mittelpunkt. Der Kontinent ist nach den USA der größte Exporteur für Baumwolle, und das "weiße Gold" ist dort für mehr als 20 Millionen Menschen die Haupteinnahmequelle. Die Baumwollbauern und -bäuerinnen leiden vor allem unter den Subventionen der großen Industrieländer für die heimische Baumwolle. Allein die Ausgaben der USA von vier Milliarden US-Dollar bedeuten für Afrika einen Verlust von 250 bis 500 Millionen US-Dollar pro Jahr. Für ein Land wie Burkina Faso, eines der ärmsten Länder der Welt, hat das drastische Folgen. Die Bauern können ihre Baumwolle nicht mehr verkaufen und bleiben auf den Ernten sitzen.

    Bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen
    Mit Hilfe des Fairen Handels und den daraus bedingten Mehreinnahmen  können Baumwollproduzenten ihre Lebensqualität spürbar verbessern. In Senegal, Burkina Faso und Mali lag der Marktpreis für Baumwolle 2005 zwischen vier und 18 Cent pro Kilo. Fairtrade zahlt den Bauern einen Mindestpreis von 36 Cent pro Kilogramm Baumwolle, für biologisch angebaute Baumwolle 41 Cent. Zusätzlich wird eine Fairtrade-Prämie von fünf Cent ausgezahlt. Die Fairtrade-Prämie wird von den Kooperativen gemeinschaftlich für den Bau von Schulen oder zur Investition in die Gesundheitsfürsorge verwendet. Fairtrade bietet den Menschen eine Erwerbsgrundlage, so dass sie nicht gezwungen werden, ihr Land und ihre Familien zu verlassen.

    Bio-Anbau stärkt Frauen
    Nachhaltigkeit spielt auch bei Fairtrade eine große Rolle: In einigen Fairtrade-zertifizierten Kooperativen wurde bereits auf biologisch angebaute Baumwolle umgestellt. Der Bio-Anbau bedeutet für die Baumwollpflücker und -pflückerinnen höhere Einnahmen. Für die Frauen in den Anbauländern spielt Bio eine besonders wichtige Rolle: Die Ernte von konventioneller Baumwolle ist für sie aufgrund der angewendeten Pestizide und des Risikos während der Schwangerschaft zu hoch. Auf den Fairtrade-Bio-Baumwollfeldern können sie ein eigenes Einkommen erwirtschaften. Außerdem bestimmen die Frauen zusammen mit den Männern über die Verwendung der Fairtrade-Prämie. 

    Aissatou Koné, eine 36jährige Baumwollpflückerin aus Mali, ist seit vier Jahren eine der Frauen, die in einer Fairtrade-zertifizierten Kooperative Baumwolle ernten. Sie sieht die Entwicklung sehr positiv: "Früher hatten die Frauen Angst, etwas zu sagen. Heute bringen wir Frauen Ideen mit ein ? und die Männer hören uns zu."

    Erste Partner aus der Modebranche
    Auch das Deutsche Modeinstitut (DMI) unterstützt den Fairtrade-Gedanken: "Offenkundig ist die Branche bereit, sich dieser Verantwortung zu stellen. Schließlich wird Mode für moderne Menschen gemacht, die ihren Lebensstil und damit ihre Weltanschauung materialisiert sehen möchten", sagt Gert Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Modeinstituts.

    Frank Hartmann, der Geschäftsführer der weltweit wichtigsten Modemesse IGEDO, befürwortet die Einführung des Fairtrade-Siegels in der Branche ebenfalls. "Es ist ein wichtiger Schritt, damit sich fair gehandelte Baumwolle auch in Deutschland weiter durchsetzen kann."


    www.transfair.org


     Fairtrade Baumwollprodukte erobern den österreichischen Markt - 13.04.2008
     Biotextil macht lässige Mode für Umweltschützer - 29.01.2008
     Roundtable: Ökologie und Ethik werden zum Mode-Mehrwert - 06.09.2007



    Mehr News aus unserem Archiv

    Samstag, 31. Oktober 2009 | Short News

    Genuss für kalte Tage

    Der November liefert neben kalten Tagen und ersten Anflügen von vorweihnachtlicher Stimmung vor allem eines: einen triftigen Grund, um auch diese Jahreszeit zu lieben.

    Montag, 12. Oktober 2009 | Short News

    Dritte Vienna Design Week steigerte erneut BesucherInnenzahl

    (c) kollektiv fischka

    Rund 19.000 Designhungrige zog es zu über 80 Veranstaltungen an über 50 Locations: das Programm bot heitere Feste und ernsthafte Diskussionen, Begegnungen mit Designstars und den Designschaffenden von morgen und zog mit seiner...

    Donnerstag, 05. Juli 2007 | Short News

    Valentino: "Ich bin die Frau, die ich anziehe!"

    (c) Valentino

    Der 1932 geborene, italienische Mode-Designer und internationale Promi-Ausstatter Valentino Garavani plaudert im Interview bei Vanity Fair aus dem Nähkästchen.

    Donnerstag, 27. August 2009 | Fashion

    Die neuen Trends von Quelle

    Fashionistas haben in der kommenden Herbst-/ Wintersaison sehr vielfältige Möglichkeiten, ihren Stil und ihr Modebewusstsein zu zeigen. Der Quelle Herbst/ Winter-Katalog ist mit seinem umfangreichen Sortiment für Modebewusste zu...

    Donnerstag, 16. Juli 2009 | Fashion

    Die neuen Trends bei Popp & Kretschmer

    Ketten, Taschen, Schuhe, Kleider und Hosen von Popp & Kretschmer sorgen auch beim Wärmegewitter für Summerfeeling. Hier die neuen Trends des renommierten Modehauses.

    Dienstag, 19. Januar 2010 | Beauty

    MAC in the Studio

    Dramatische, gewagte Wimpern sind ein edler und urbaner Bestandteil der modernen Künstlerpersönlichkeit, seit Edie (Sedgwick) und ihre Freunde damals Downtown diesen Trend setzten: in Siebdruck und in grobkörnigen 16- Millimeter...

    Donnerstag, 12. Juni 2008 | Short News

    Vöslauer & Angel sind Partner der Fashion Week 2009 in Berlin

    (c) vöslauer

    Vöslauer und Angel Natural Energy sind offizieller Water & Energy Drink Supplier der Mercedes - Benz Fashion Week Spring / Summer 2009 in Berlin.

    Sonntag, 18. Juli 2010 | Short News

    Fokus Fabrik @ Unique Nature

    Fokus Fabrik wurde 2005 von vier finnischen Designerinnen in Helsinki gegründet, um Formen aus der städtischen und natürlichen Umwelt auf Stoffe, Vorhänge und Kissen zu bannen.